WIE MAN KATZEN ZUSAMMENFÜHRT

Bozitas Katzenexpertin Elin Hirsch ist Doktorin der Verhaltensforschung mit dem Schwerpunkt Katzenverhalten. Im folgenden Artikel erhältst Du Tipps, wie Du eine neue Katze erfolgreich an Dein Zuhause gewöhnen kannst.

Gleichwohl Katzen bereits seit fast 10.000 Jahren eine Beziehung zu Menschen besitzen – bleiben sie Einzelgänger und territoriale Tiere. Dennoch können Katzen stabile Beziehungen zu anderen Katzen aufbauen – eine erfolgreiche Zusammenführung erfordert jedoch Planung und Geduld.

SCHRITTWEISE ZUSAMMENFÜHREN

Die Voraussetzung für eine stabile Beziehung zwischen Katzen wird bei der ersten Interaktion gesetzt. Verhilf Deinen Katzen zu einem ersten positiven Aufeinandertreffen, indem Du ihnen die bestmöglichen Bedingungen ermöglichst. Durch die etappenweise Zusammenführung bietest Du ihnen die Möglichkeit, eine sichere Beziehung zueinander aufzubauen. Durch die schrittweise Einführung entstehen auch neue Gruppen bei Wildkatzen, wie z. B. Katzenkolonien. Je nach Persönlichkeit der Katze kann die Einführung wenige Tage bis mehrere Monate dauern. Die goldene Regel einer harmonischen Beziehung lautet „langsam ist schnell und schnell ist langsam“.

SCHRITT 1 - RÜCKZUGSORTE Stelle sicher, dass die neue Katze über einen eigenen Raum oder Bereich verfügt, in dem sie sich niederlassen kann. Dies ist wichtig, da sich die Katze an eine neue Umgebung anpassen muss und dies für sie an sich schon eine stressige Situation darstellt. Der Rückzugsort sollte daher folgende Elemente enthalten:

  • Eine Katzentoilette
  • Einen weichen Kuschelplatz
  • Ein Versteck
  • Einen Wasser- und Futternapf

SCHRITT 2 – GESAMMELTE UND GEMISCHTE GERÜCHE

Katzen kommunizieren in hohem Maße über Gerüche. Sammle Düfte zum Beispiel auf Handtüchern sowohl von der neuen als auch von der vorhandenen Katze. Dies geschieht am einfachsten, indem Du die Handtücher auf den Liegeflächen der Katzen platzierst. Tausche anschließend die Handtücher aus, um sie an den Geruch der anderen Katze zu gewöhnen, lege die Handtücher hierfür in die Nähe des jeweiligen Futternapfes, um eine positive Verknüpfung mit dem Geruch der anderen Katze zu erzielen. Belohne Deine Katze zusätzlich mit Leckerlis, wenn sie in Gegenwart des fremden Geruchs ruhig und gelassen bleibt. Wenn die Katze faucht und das Handtuch meidet, entferne es etwas vom Napf und hole es allmählich Schritt für Schritt wieder näher an den Napf. Katzengruppen erzeugen einen gemeinsamen Geruch, indem sie sich aneinander reiben. Mische die Gerüche Deiner Katzen, indem Du die Handtücher zusammen lagerst und anschließend eines bei jeder Katze platzierst. Wenn die Katzen positiv reagieren oder den Geruch der anderen Katzen einfach ignorieren, kannst Du mit der Zusammenführung fortfahren.

SCHRITT 3 – ERLAUBTE DER NEUEN KATZE DAS ZUHAUSE ZU ENTDECKEN

Erlaube der Katze alleine die Umgebung zu erkunden, ohne die vorhandene Katze zu stören. Bringe die vorhandene Katze für diesen Zeitraum in einem separaten Bereich unter. Dies ist ein wichtiger Schritt, da die neue Katze mit ihrem neuen Zuhause vertraut gemacht werden muss.

SCHRITT 4 – INDIREKTES AUFEINANDERTREFFEN

Initiiere ein indirektes Aufeinandertreffen, bei welchem die Katzen sich gegenseitig sehen, aber nicht verletzen können. Hierfür kannst Du sowohl ein Kindertürgitter, als auch eine Tür, die nur einen Spalt breit geöffnet ist, verwenden. Füttere und spiele mit den Katzen in der Nähe der Türe, um positive Signale zu erzeugen. Sobald die Katzen gelassen und entspannt sind, können sie das erste Mal direkt aufeinandertreffen. Die ersten Interaktionen sollten jedoch immer überwacht werden.

Um Konkurrenz und Konflikte zu vermeiden, sollten die Katzen je eine eigene Katzentoilette, Futter- und Wasserschüssel sowie einen Ruhebereich haben. Das Füttern in einer gemeinsamen Schüssel birgt ein hohes Kampfrisiko.