Katzenbabys – Entwicklung und Sozialisierung

Bei der Anschaffung einer Katze gibt es in der ersten Zeit vieles zu bedenken, insbesondere hinsichtlich Katzenbabys und deren Entwicklung. Erlebnisse in der ersten Lebenszeit von Kitten haben großen Einfluss auf ihre Entwicklung und wie sie sich als ausgewachsenes Tier verhalten. Auch ihre Stressresistenz und die Fähigkeit, mit neuen Situationen umzugehen, werden während dieses Zeitraums beeinflusst. Vor allem Ereignisse in der sogenannten „Sozialisierungsphase“ des Katzenbabys haben eine starke Bedeutung für das spätere Sozialverhalten, weshalb es wichtig ist, dass diese Phase möglichst viele positive Erlebnisse beinhaltet, auch wenn sich die Beziehung zwischen Katzenbaby und Mensch weiterentwickelt, bis es vier Monat alt ist.

Verschiedene entwicklungsstadien einer katze

Die Verhaltensentwicklung eines Katzenbabys wird in drei Phasen unterteilt: die neonatale Phase, die Sozialisierungsphase und die juvenile Phase.

Die neonatale phase

Ein Katzenbaby wird blind und taub geboren, sodass es sich in der neonatalen Phase – von der Geburt bis zu einem Alter von ca. zwei Wochen – auf Gefühl, Wärmeempfinden und Geruchssinn verlässt. In dieser Phase der Entwicklung eines Katzenbabys ist es zum Überleben vollständig von der Mutter abhängig. In einem Alter von etwa zwei Wochen öffnet das Kitten seine Augen – in diesem Moment beginnt die Sozialisierungsphase.

Die sozialisierungsphase

Die Sozialisierungsphase – das Alter zwischen zwei und sieben Wochen – ist eine sensible Zeit in der Entwicklung eines Katzenbabys. Gehör und Gleichgewichtssinn entwickeln sich, es spielt mit seinen Wurfgeschwistern und lernt, was das Zusammenspiel mit anderen Individuen bedeutet. Langsam aber sicher beginnt es auch, feste Nahrung zu sich zu nehmen.

In der Sozialisierungsphase ist ein Katzenbaby besonders empfänglich für neue Erlebnisse, wie z. B. soziale Kontakte. Jetzt ist es sehr wichtig, dass das junge Tier regelmäßigen positiven Kontakt mit vielen Menschen hat, also sozialisiert wird, sodass es im späteren Leben das Zusammensein mit Menschen wertschätzen kann. Gleiches gilt für den Kontakt mit anderen Tierarten wie etwa Hunden.

Die juvenile phase

Die juvenile Phase des Katzenbabys beginnt in einem Alter von rund acht Wochen und setzt sich so lange fort, bis es geschlechtsreif ist (oftmals in einem Alter von rund fünf bis sechs Monaten, allerdings kann dies zwischen unterschiedlichen Rassen variieren). In dieser Zeit entwickelt sich das Kitten zu einem selbstständigen Individuum, das ohne seine Mutter zurechtkommt. Jetzt beginnt auch das Abstillen und das Katzenbaby trinkt keine Muttermilch mehr, sondern geht zu fester Nahrung über.

Katzenbabys sollten nicht vor einem Alter von 12 Wochen von der Mutter getrennt werden. Danach scheint die Trennung von der Mutter keine relevanten Probleme mehr zu verursachen, sodass sich die Kitten gut in andere soziale Zusammenhänge einfügen können.

Entwicklung der katze im neuen zuhause

Sobald das Katzenbaby im neuen Zuhause angekommen ist, bleibt die Entwicklung seiner sozialen Kompetenzen weiterhin ein wichtiger Aspekt.

Auch wenn das Kitten in der Sozialisierungsphase am empfänglichsten für soziale Kontakte ist, entwickelt sich die Beziehung zu Menschen weiter, bis die Katze rund vier Monate alt ist. Zum Aufbau einer guten Beziehung ist es daher wichtig, dass Du positive Assoziationen (Verknüpfungen) zu seiner neuen Familie herstellst. Dies gelingt, indem Du z. B. mit dem Kitten spielst, es mit Futter oder Leckerlis fütterst und Dich mit ihm beschäftigst.

Daran solltest Du denken:

  • Vermeide Unfälle beim Spielen, indem Du sicheres Spielzeug verwendest, mit dem sich das Katzenbaby nicht verletzen kann. Ermuntere das Kätzchen nicht zum direkten Spiel mit Deinen Händen oder Füßen, sondern verwende Spielsachen, die sich nicht direkt an Deinem Körper befinden.
  • Leckerlis sind eine Möglichkeit, ein positives Gefühl beim Kitten zu erzeugen, dennoch solltest Du daran denken, diese mit in die Tagesration an Futter einzurechnen, gerade wenn das Kätzchen älter wird.