Kann man eine Katze oder ein Kitten trainieren?

Ist es an der Zeit, zum Tierarzt oder in die Ferien zu fahren? Für viele Katzen und Katzenbesitzer bedeutet das Stress, da Katzen Gewohnheitstiere sind und in der Vertrautheit ihrer Umgebung ihr Gefühl von Sicherheit entwickeln. Reisen oder Tierarztbesuche müssen jedoch nicht unbedingt mit Angst und Stress einhergehen. Es gibt Methoden, mit denen Sie Ihre Katze und Ihr Katzenbaby trainieren können, um sie schneller an neue Dinge zu gewöhnen. So verringern Sie das Risiko, dass die Katze diese Art von Situation als negativ empfindet.

Trainieren Sie Ihre Katze mit Belohnungen

Als Tierhalter erwarten wir, dass Katzen mit einer Reihe von alltäglichen Situationen umgehen, die sich für Katzen jedoch eher unnatürlich anfühlen können, wie z. B. Autofahren, Tierarztbesuche oder regelmäßige Pflege wie Krallenschneiden oder Zahnpflege. Als Haustierbesitzer können Sie Ihrem Katzenbaby helfen, mit diesen und anderen ungewohnten Situationen umzugehen, indem Sie Ihr Kitten trainieren. Katzen reagieren sehr gut auf belohnungsbasiertes Training. Bei dieser Art von Training wird die gewünschte Verhaltensweise durch etwas verstärkt, das die Katze als lohnenswert erachtet, und ungewünschte Verhaltensmuster vom Tierhalter ignoriert. Dieser Ansatz wird auch als positive Verstärkung bezeichnet. Was als Belohnung empfunden wird, ist dabei individuell abhängig. Das kann beispielsweise ein Leckerli sein, gemeinsames Spielen, Streicheleinheiten oder Bürsten. Wichtig ist, dass es die Katze als positiv, also lohnenswert, empfindet.

Trainieren Sie Ihre Katze oder Kitten schrittweise

Eine Herangehensweise, wie Sie mit positiver Verstärkung ein gewünschtes Verhalten trainieren können, besteht darin, das endgültige Verhaltensmuster in kleinere Trainingsschritte aufzuteilen und diese Schritt für Schritt anzutrainieren. In ihrer Gesamtheit schaffen diese Trainingsabschnitte dann das gewünschte Verhaltensmuster. Sie können diese Methode anwenden, wenn die Katze mit einer neuen Situation konfrontiert wird, wie z. B. dem Zähneputzen, Krallenschneiden oder wenn sie sich daran gewöhnen soll, in einer Transportbox zu sein. Ein Katzenbaby an einen Transportkäfig zu gewöhnen und ihn sogar zu einer positiven Erfahrung werden zu lassen, kann viele Alltagssituationen vereinfachen. So trainieren Sie Ihre Katze

Hier sehen Sie ein Beispiel dafür, wie Sie Ihr Kitten trainieren können, damit es sich an die Transportbox gewöhnt und diese lieben lernt. Ähnliche Herangehensweisen, bei denen das gewünschte Verhalten in kleineren Trainingsschritten aufgeteilt wird, können auch angewandt werden, um das Katzenbaby auf andere Aktivitäten, wie Krallenschneiden oder an der Leine laufen, vorzubereiten. Im hier gezeigten Beispiel wurden Leckerlis als Belohnung verwendet. Abhängig davon, was das Katzenbaby bevorzugt, können Sie es aber auch mit Streicheleinheiten oder Spielen belohnen. Wenn das Kitten Zeichen von Unwohlsein zeigt, sollten Sie Ihr Training um einen oder einige Schritte zurückfahren.

  1. Trainieren Sie das Kitten, sich mit der Transportbox anzufreunden.
    Schaffen Sie eine positive Verbindung mit der Transportbox, indem Sie sie vorerst (ohne Tür) hinstellen und das Katzenbaby belohnen, wenn es in dessen Nähe und schließlich darin sitzt.

  2. Trainieren Sie das Kitten, in der Box zu bleiben.
    Wenn sich das Katzenbaby in der Box wohlfühlt und es diese freiwillig betritt, können Sie zusätzlich die Tür schließen. Beginnen Sie, indem Sie einfach die Tür schließen, eine Belohnung geben und die Tür wieder öffnen. Erhöhen Sie langsam die Zeitspanne, in der die Tür geschlossen bleibt, z. B. 3 Sekunden lang, belohnen Sie und öffnen Sie die Tür wieder. Verlängern Sie langsam die Zeitspanne, abhängig davon, wie das Katzenbaby reagiert.

  3. Gewöhnen Sie das Katzenbaby an die Bewegung der Transportbox.
    Wenn sich das Katzenbaby für eine längere Zeit (ca. 3 Minuten) in der Box wohlfühlt, können Sie den Käfig zusätzlich leicht anheben, absenken und das Katzenbaby dann belohnen. Legen Sie dann kürzere Strecken mit der Transportbox zurück. Erst innerhalb des Hauses und dann bis zum Auto und zurück. Belohnen Sie kontinuierlich.

  4. Gewöhnen Sie die Katze an das Reisen in der Transportbox.
    Wenn das Katzenbaby mit allen vorherigen Schritten umgehen kann, was Sie daran sehen können, dass es ruhig bleibt und seine Belohnungen entgegennimmt, können Sie damit beginnen, das Auto zu starten und danach kürzere Strecken mit dem Kitten zurückzulegen. Behalten Sie das Belohnen kontinuierlich bei. Außerdem ist es empfehlenswert, dass die ersten Ausflüge in Erfahrungen resultieren, die das Katzenbaby als positiv empfindet, z. B. wenn es nach dem Ausstieg aus der Box auf sein Lieblingsessen trifft.

  5. Erhalten Sie das positive Bild der Transportbox für das Katzenbaby aufrecht.
    Bewahren Sie die Transportbox (ohne Tür) als Teil Ihrer Einrichtung zu Hause auf, damit das Katzenbaby es sich auch weiterhin darin gemütlich machen kann. Es ist zu empfehlen, das Kitten auch weiterhin ab und zu im Käfig zu belohnen.

Trainieren Sie Ihre Katze mit positiven Erfahrungen

Es ist immer besser, erste Erfahrungen mit einer für das Katzenbaby neuen Situation positiv zu gestalten, anstatt diese im Nachhinein mithilfe von Belohnungen in künftigen Situationen verbessern zu wollen. Deshalb sollte der erste Besuch beim Tierarzt nicht zu einer Impfinjektion oder einer Untersuchung führen, sondern lediglich zu ein paar Leckerlis. Viele Tierkliniken bieten die Möglichkeit, nur zu Besuch zu kommen, um aus der Transportbox auszusteigen und Streicheleinheiten und ein Leckerli zu bekommen. Macht die Katze bei ihrem ersten Besuch in der Klinik eine positive Erfahrung, erleichtert das dem Tiergesundheitspersonal bei zukünftigen Besuchen und Behandlungen die Arbeit.

Wenn die Katze uns trainiert

Nicht nur wir trainieren Katzen, Katzen „trainieren“ auch uns. Katzen verstehen sehr schnell, ihr Verhalten (Handlungen) mit wünschenswerten Konsequenzen, die als für sie lohnenswert empfunden werden, miteinander zu verknüpfen. Da kann schon mal das Mauzen in der Nacht reichen, das zu mehr Essen (der Belohnung) führt oder das Kratzen an der Tür, das dazu führt, dass sie jemand öffnet (die Belohnung). Achten Sie also darauf, welches Verhalten Sie als Katzenbesitzer akzeptieren und belohnen möchten. Wenn Sie bereits ein bestimmtes Verhalten belohnt haben, das Sie nun bereuen, lohnt es zu wissen, dass es einfacher ist, das Verhalten durch ein neues akzeptableres zu ersetzen, als es abzutrainieren. Wenn die Katze beispielsweise an der Tür kratzt, um zu signalisieren, dass sie nach draußen gehen möchte und dies nicht als wünschenswert empfunden wird, ist es einfacher ein akzeptableres Verhalten zu finden, z. B. einen „Ping“ aufzuhängen, den die Katze aktivieren kann, als zu versuchen, das Verhalten der Katze zu beenden, indem Sie sie ignorieren.