Anatomie und physiologie der katze

Es gibt viele verschiedene Katzenrassen und -arten, und trotzdem funktionieren ihre Körper auf ungefähr gleiche Weise. Genau wie andere Raubtiere sind sie mit schnellen Reflexen und gelenkigen Körpern ausgestattet, um leicht vor gefährlichen Tieren flüchten zu können und um auf Beutefang zu gehen. Um das Verhalten und die Funktionsweise ihres Körpers zu verstehen, ist es sinnvoll, einige anatomische Fakten (Aufbau des Körpers) und physiologische Abläufe zu Katzen zu kennen.

Katzen sehen bei Dunkelheit gut

Ihre Augen erlauben es der Katze, im Dunkeln besonders gut zu sehen und sind damit ein wichtiger Teil ihrer Anatomie. Die Tiere haben einen Sichtwinkel von 285 Grad, wobei sich etwa die Hälfte des Blickfeldes beider Augen überschneidet. Katzen sind für ihr gutes und vor allem im Dunkeln vorteilhaftes Sehvermögen bekannt. Forschungen haben gezeigt, dass sich die Augen von nachtaktiven Säugetieren zu uns tagaktiven Säugern unterscheiden, sodass erstere bei Dunkelheit sechsmal besser sehen als Menschen.

Grund dafür sind Millionen kleiner Linsen im Katzenauge, die das Licht auffangen. Somit brauchen Katzen nur eine kleine Menge an Licht, um sehen zu können. In vollständiger Dunkelheit sehen sie hingegen nicht mit den Augen, sondern nutzen ihre Schnurrhaare sowie Gehör und Geruchssinn zur Orientierung.

Darüber hinaus weisen Katzenaugen eine lichtreflektierende Oberfläche hinter der Netzhaut auf. Daher wirken ihre Augen mitunter, als ob sie leuchten, wenn man in der Dunkelheit eine Lampe auf sie richtet.

Anatomie der Katze – Skelett und Muskeln

Skelett und Muskeln der Katze sind an die Jagd angepasst. Der Katzenkörper besteht aus Knorpeln, während das Skelett über bis zu 282 Knochen verfügt und als Mineralstoffdepot für Phosphor und Kalzium dient.

Ihre Anatomie und Physiologie machen Katzen zu erfolgreichen Jägern. Die Vierbeiner besitzen gut entwickelte Muskeln vor allem im Kiefer und im Rücken, die sie bei der Jagd unterstützen. Sie verfügen zudem über eine sehr bewegliche Wirbelsäule, durch die sie flexibel sind. Der Schwanz unterstützt als Verlängerung des Rückgrats das Gleichgewicht. Durch ihre Beweglichkeit können sich Katzen auf Beutefang leichter anschleichen und nahezu mühelos Hindernisse überwinden oder unter bzw. zwischen diesen hindurchkriechen.

Dank der starken Muskeln in Rücken und Hinterbeinen sowie ihrer Krallen können Katzen problemlos z. B. senkrecht auf Bäume klettern. Katzenkrallen sind jedoch nicht dazu gemacht, um pfeilgerade nach unten zu gelangen, weshalb Katzen oft in Bäumen festsitzen.

Haut und Fell schützen und wärmen

Haut und Fell dienen zuallererst als Schutz vor äußeren Einflüssen. Die Hautdrüsen sondern zudem Stoffe ab, sogenannte Pheromone, die zum Markieren des Reviers genutzt werden. Daher streifen Katzen oft an Beinen oder Möbeln entlang.

Das Katzenfell ist besonders dicht. Hat ein einzelnes Haar seine volle Länge erreicht, wächst es nicht weiter. Das Fell besteht – egal ob Deine Katze kurz- oder langhaarig ist – aus drei verschiedenen Arten von Haaren und hat unterschiedliche Funktionen.

  • Das Deckhaar bildet die oberste Haarschicht, die gerade und gleichmäßig dick ist. Dieses verleiht der Katze seine hauptsächliche Färbung und schützt vor Nässe.
  • Das Zwischenfell befindet sich unterhalb des Deckhaares und bietet gemeinsam mit diesem Schutz vor äußeren Einflüssen. Diese Fellschicht besteht aus Leithaar, Grannenhaar und Wollhaar.
  • Die Unterwolle liegt dem Körper mit dünnen und weichen Haaren am nächsten. Diese dienen zum Warmhalten der Katze.

Anatomie der Katze – Magen und Darm

Eine einwandfreie Funktion von Magen und Darm ist Voraussetzung dafür, dass Deine Katze Nährstoffe aus dem Futter aufnehmen kann. Ihr Speichel enthält im Gegensatz zu uns Menschen jedoch keine spaltenden Enzyme, weshalb die Katze ihr Futter nicht so lange kaut. Stattdessen beginnt die Verdauung erst im Magen.

Im Magen-Darm-Trakt wird das Futter zerteilt, sodass Nährstoffe richtig aufgenommen werden. Die Enzyme sind so beschaffen, dass sie ohne Weiteres Proteine und Fette verarbeiten können, Kohlenhydrate allerdings nicht. Daher ist eine allzu hohe Menge an Kohlenhydraten für Katzen ungeeignet.

Der pH-Wert des Magens ist sehr sauer, was den Reinigungsprozess erleichtert und als natürlicher Schutz vor Infektionen im Verdauungsapparat dient.