Wurmkur bei Welpen und ausgewachsenen Hunden

Ob und wann Sie Ihren Hund entwurmen sollten, hängt von seinem Alter, dem Wohnort sowie eventuell bestehenden Symptomen für einen möglichen Wurmbefall ab. Säugende Hündinnen und Welpen sollten in der ersten Zeit regelmäßig entwurmt werden. Ausgewachsene Hunde unterzieht man mittlerweile nicht mehr grundsätzlich, quasi "zur Sicherheit" einer Wurmkur, um Resistenzentwicklung und damit der Unwirksamkeit des Präparates entgegenzuwirken. Bei Verdacht auf Wurmbefall wird zunächst eine Probe entnommen, um sicherzustellen, dass man gegen die Art Wurm behandelt, von der der Hund eventuell befallen ist. Planen Sie eine Auslandsreise mit Ihrem Hund, müssen Sie im Vorhinein überprüfen, welche Regeln für die Einreise in das Zielland sowie die Wiedereinreise nach Deutschland gelten.

Wurmkur bei säugenden Hündinnen und Welpen

Fadenwürmer sieht man bei den meisten Welpen, da sie bereits in der Gebärmutter oder über die Muttermilch von der Hündin angesteckt werden. Hündin und Welpen sollten daher regelmäßig entwurmt werden. Informieren Sie sich beim Tierarzt, welches Präparat am besten für säugende Hündinnen und Welpen geeignet ist und folgen Sie der Anleitung zur richtigen Anwendung der Wurmkur.

Haben Sie erst kürzlich einen Welpen zu sich nach Hause geholt, sollte der Züchter darüber Auskunft geben können, ob der Welpe alle Dosen erhalten hat oder Sie die letzte Dosis selbst verabreichen, welches Präparat Sie verwenden sollten und wie Ihr Welpe die Wurmkur verabreicht bekommt.

Wurmkur bei einem ausgewachsenen Hund

Routinemäßige Wurmkuren von ausgewachsenen Hunden waren früher üblich. Mittlerweile hat sich diese Empfehlung geändert und es wird nur noch in bestimmten Fällen zu einer Wurmkur geraten, wenn durch die Laboranalyse einer Kotprobe Wurmbefall beim Hund festgestellt wird. Andernfalls besteht die Gefahr einer Resistenzentwicklung. Dies bedeutet, dass ein Organismus, in diesem Fall der Wurm, die Fähigkeit entwickelt, das Präparat zur Bekämpfung zu überleben.

Bei Verdacht auf Wurmbefall gibt es geeignete Testkits in der Apotheke zu kaufen. Die Kotprobe wird zur Analyse ins Labor geschickt und zeigt, ob und von welcher Art Wurm Ihr Hund befallen ist. Um das Risiko einer Resistenz bei Parasiten zu verringern, sollten Sie nur gegen die Art Wurm entwurmen, von der Ihr Hund nachweislich betroffen ist.

Wurmkuren für Hunde

Welches Präparat Sie für die Entwurmung Ihres Hundes wählen sollten, hängt von der Art Wurm ab, die sie behandeln müssen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt, welches Mittel sich für Ihren Hund am besten eignet. Wiegen Sie den Hund vor dem Kauf, sodass Sie die richtige Dosis erhalten.

Wurmkuren sind als Tabletten und Pasten in der Apotheke erhältlich. Es gibt sowohl frei verkäufliche als auch verschreibungspflichtige Präparate.

Denken Sie daran, dass es einige Tage dauern kann, bis der Wurm vollständig aus dem Kot des Hundes verschwunden ist, da tote Parasiten im Darm verbleiben.

Anzeichen für Würmer beim Hund

Es ist nicht immer möglich, Würmer mit bloßem Auge zu sehen. Fadenwürmer können Hunde mitunter erbrechen, während Bandwürmer in bestimmten Fällen im Analbereich des Hundes zu sehen sind. Achten Sie daher auf Erbrochenes und den Kot Ihres Hundes.

Weitere Anzeichen für einen möglichen Wurmbefall bei Ihrem Hund sind

  • Durchfall,
  • Abmagerung,
  • glanzloses Fell,
  • Erbrechen,
  • Husten,
  • schlechter Allgemeinzustand.

Wie und mit welchem Risiko werden Würmer übertragen

Welpen können bereits im Bauch der Hündin oder durch die Milch mit Würmern in den ersten Monaten ihres Lebens angesteckt werden. Daher sollten Hündin und Welpen in der ersten Zeit regelmäßig einer Wurmkur unterzogen werden.

Ausgewachsene Hunde werden in den meisten Fällen durch etwas Essbares von Würmern befallen, zum Beispiel durch infizierte kleine Nagetiere oder indem sie Wurmeier über ihre Umgebung aufnehmen. Ein zahmer Hund in städtischer Umgebung, der keinen Kontakt zu wilden Tieren hat, ist daher nur sehr selten von Würmern betroffen. Jagdhunde, Zuchthunde, Arbeitshunde und Hunde auf Reisen haben ein höheres Risiko der Ansteckung. Hunde, die sich frei bewegen und eventuell kleine Nagetiere in der Natur oder rohes Fleisch und Innereien vom Wild fressen, können definitiv mit Würmern infiziert werden.

Wurmkur beim Hund vor Auslandsreisen

Vor Auslandsreisen ist eine Wurmkur beim Tierarzt für gewöhnlich notwendig, um den Hund in ein Land einzuführen. Beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erhalten Sie Informationen zu Ein- und Ausfuhr von Hunden innerhalb und außerhalb der EU. Achten Sie dabei darauf, die genauen Bestimmungen des jeweiligen Landes zu befolgen. Die gültigen Vorschriften sollten Sie unbedingt im Vorhinein in Erfahrung bringen, sodass bei der Aus- und Einreise an der Grenze keine Probleme entstehen.

Auslandsreisen in bestimmte Länder Europas setzen eine Wurmkur gegen den Fuchs-Zwergbandwurm voraus. Die Behandlung muss vom Tierarzt durchgeführt und im sogenannten EU-Heimtierausweis des Hundes dokumentiert werden. Kontaktieren Sie den Tierarzt rechtzeitig vor der Reise.

Fadenwürmer, Bandwürmer und Zwergbandwürmer bei Hunden

Die üblichsten Wurmarten, von denen Ihr Welpe oder Hund befallen werden kann, sind Bandwürmer und Fadenwürmer. Sie sind relativ ungefährlich, sofern sie umgehend behandelt werden.

Der Zwergbandwurm ist umso gefährlicher für den Hund, findet sich aber glücklicherweise äußerst selten in Deutschland.

Fadenwürmer beim Hund

Fadenwürmer kommen vorrangig bei Welpen und Junghunden vor. Sie sind gelb und etwa 6 bis 18 cm lang, sodass sie relativ leicht im Kot und Erbrochenen des Hundes zu erkennen sind. Sind es viele Würmer gleichzeitig, können sie das junge Tier stark belasten.

Bei Welpen wachsen die Larven des Fadenwurms im Darm heran, wandern daraufhin zu den Lungen und verursachen dort Husten. Dies kommt bei ausgewachsenen Hunden nicht vor, bei ihnen lassen sich die Fadenwürmer stattdessen im Darm nieder. Im Larvenstadium können sie in andere Organe wandern, wo sie sich in die Ruhephase begeben. Wird eine Hündin trächtig, werden die Larven wieder aktiv und wandern in der Embryonalphase weiter zu den Welpen oder erreichen diese über die Milch.

Fadenwürmer lassen sich relativ einfach behandeln. Allerdings hat die Behandlung keine Langzeitwirkung, sodass der Hund erneut infiziert werden kann.

Bandwürmer beim Hund

Wird der Hund vom Bandwurm befallen, können Sie die Eier des Wurmes im Hundekot, an der Analöffnung oder an der Schwanzwurzel sehen. Die Eier ähneln in Ihrem Aussehen Reiskörnern.

Der Bandwurm wird durch sogenannte Zwischenwirte übertragen. Der Hund muss also ein anderes befallenes Tier fressen, zum Beispiel ein kleines Nagetier oder Flöhe, um infiziert zu werden. Da die Ansteckung immer durch einen Zwischenwirt geschieht, sind erwachsene Hunde öfter befallen als Welpen. Am größten ist die Gefahr für Jagdhunde, die rohes Fleisch oder Innereien fressen sowie Hunde, die Flöhe haben.

Der Bandwurm verursacht keine schwerwiegenden Symptome beim Hund, sofern umgehend entwurmt wird.

Zwergbandwürmer beim Hund

Der Zwergbandwurm ist eine gefährlichere Wurmart, die Leber, Lungen oder andere Organe des Hundes befallen kann. In Deutschland kommt der Zwergbandwurm nur selten vor. Am häufigsten findet sich diese Spezies Wurm in wärmeren Regionen und in Ländern, in denen Hunde als Weidetiere dienen.

Der Zwergbandwurm nutzt sowohl Hauptwirtstiere (auf denen sich der ausgewachsene Parasit aufhält) als auch Zwischenwirte (auf denen sich die Eier zu Larven entwickeln) und wird auf gleiche Art wie der Bandwurm übertragen.

Ein spezieller Typ des Zwergbandwurms findet sich bei Füchsen, der ebenso den Hund anstecken kann. Diese Art Zwergbandwurm verursacht erhebliche Krankheitssymptome. Seien Sie daher vorsichtig mit Kot vom Fuchs.

In der Regel wird eine Wurmkur beim Hund empfohlen, sofern der Zwergbandwurm in Ihrem Wohngebiet vorkommt. Dennoch sollten Sie zunächst einen Tierarzt um Rat bitten.