Ihre katze frisst oder trinkt nicht?

Frisst oder trinkt Ihr Katzenbaby bzw. Ihre ausgewachsene Katze nicht ausreichend, müssen Sie der Sache auf den Grund gehen. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob der schlechte Appetit darauf beruht, dass sie nicht fressen will oder ob sie es einfach nicht kann.

Dieser Artikel basiert auf Gesprächen mit Bozitas Katzenexpertin Elin Hirsch, die einen Doktortitel in Verhaltensforschung mit Schwerpunkt Katzenverhalten innehat.

Der katze gute fressgewohnheiten beibringen

Ermöglichen Sie Ihrer Katze von Anfang an die Entwicklung guter Fressgewohnheiten, indem Sie eine passende Routine etablieren. Egal, ob Sie Ihrem Tier freien Zugang zu Futter gewähren oder dieses zu bestimmten Zeiten anbieten, ist es wichtig, sich an die Routine zu halten. Andernfalls riskieren Sie, dass Ihre Katze das Futter verweigert oder ungenügend frisst.

Möchte Ihre Katze nicht fressen, sollten Sie es vermeiden, sie mithilfe von besonders leckeren Dingen oder Leckerlis zum Fressen zu animieren. So wird sie sich nur merken, dass sie das bekommt, was sie will. Lassen Sie sie ein paar Stunden ohne Futter, sodass sie im Optimalfall lernt, die angebotene Nahrung auch zu fressen.

Finden sie heraus, warum die katze nicht frisst oder trinkt

Es ist wichtig zu unterscheiden, ob die Katze aufgrund des Futters bzw. der Art und Weise, wie dieses angeboten wird, weder fressen noch trinken möchte, oder ob ihr etwas wehtut oder sie krank ist. Achten Sie auf ihren Allgemeinzustand: Ist sie träge, hat sie Verstopfungen, schläft sie viel? Besonders wichtig ist dies, wenn die Katze älter wird. Geschmacks- und Geruchssinn verschlechtern sich mit dem Alter, was zu einem verminderten Appetit führen kann.

Ist Ihre Katze ein Freigänger, ist es etwas schwieriger, den Überblick darüber zu behalten, was genau sie über den Tag verteilt zu sich nimmt. Vielleicht hat sie sich schon selbst um ihre Mahlzeit gekümmert und ist einfach satt?

Frisst Ihre Katze länger als 24 Stunden nichts, sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren. Eine länger andauernde Essensverweigerung von mehr als 24 Stunden kann zu ernsthaften Problemen führen.

So motivieren sie die katze zum fressen und trinken

Indem Sie die Art und Weise imitieren, wie Katzen ihren Hunger und Durst in der Wildnis stillen, lässt sich der Appetit gut anregen. Katzen regulieren ihren Bedarf an Wasser nicht entsprechend der im Futter enthaltenen Menge an Flüssigkeit, was das Risiko für Urinstein bei Katzen, die ausschließlich Trockenfutter fressen, vergrößern kann. Nachfolgend haben wir einige Tipps und Tricks zusammengetragen, mit denen Sie ausprobieren können, Ihre Katze zum Fressen und Trinken zu animieren.

  • Futter, wasser, toilette und spielbereich trennen
    Möchte Ihre Katze weder fressen noch trinken, sollten Sie besonders gut darauf achten, die Bereiche für Futter, Wasser, Toilette und Spiel voneinander zu trennen – damit spiegeln Sie das Verhalten wildlebender Katzen wider. Sie können zudem die Trinklust der Katze anregen, indem Sie an mehreren Stellen Wasserschälchen aufstellen, jedoch nicht in direkter Nähe zum Fressnapf oder Katzenklo. Katzen trinken ungern an der selben Stelle, an der sie fressen oder ihr Geschäft verrichten.
  • Ermöglichen sie ihrer katze einen ungestörten platz zum fressen
    Sorgen Sie dafür, dass die Katze einen eigenen, geschützten und ungestörten Fressplatz hat, an dem sie in aller Ruhe und ohne Stress fressen kann. Vielleicht möchte sie auch nicht, dass Sie oder jemand anderes ihr beim Fressen zusehen?
  • Halten sie futternäpfe und fressplatz sauber
    Servieren Sie die Mahlzeit immer in sauberen Fressnäpfen und säubern Sie den Futterplatz möglichst oft mit einem milden Reinigungsmittel. Das kann ein Katze, die eigentlich nichts zu sich nehmen möchte, zum Fressen motivieren. Zudem schützt es vor Bakterien, die sich in Essensresten bilden können.
  • Servieren sie futter und wasser in der “richtigen” schale
    Überlegen Sie, woraus Ihre Katze gerne frisst oder trinkt. Vielen Katzen gefällt es beispielsweise nicht, wenn ihre Schnurrhaare die Kanten von Fress- oder Wassernapf berühren, und einige Tiere bevorzugen fließendes Wasser zum Trinken. Probieren Sie aus, was am besten funktioniert, wenn Ihre Katze weder fressen noch trinken will. Die Investition in einen Springbrunnen sowie das Aufstellen mehrerer Wasserschälchen an verschiedenen Stellen können die Chancen erhöhen, dass die Katze ausreichend trinkt.
  • Geschmack, konsistenz und geruch
    Wählen Sie ein leckeres Futter, das sich leicht fressen lässt – ein Futter mit einer Konsistenz, die die Katze mag und mit genau der richtigen Häppchengröße. Probieren Sie zudem, das Futter einige Sekunden zu erwärmen, denn dabei werden Duftstoffe freigesetzt, die den Appetit anregen. Für die Katze ist es zudem natürlicher, “körperwarme” Nahrung zu fressen, vergleichbar mit ihrer Beute in der freien Natur
  • Nassfutter ist eine gute quelle für flüssigkeit
    Möchten Sie ganz sicher gehen, dass Ihre Katze genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, empfehlen wir den Wechsel zu Nassfutter, das logischerweise eine viel größere Menge Wasser enthält. Sie können auch Trockenfutter mit Nassfutter ergänzen, z. B. als Topping. Viele Katze schätzen ein abwechslungsreiches Menü!
  • Kontrollieren sie das haltbarkeitsdatum des futters
    Trockenfutter absorbiert insbesondere bei Wärme Feuchtigkeit, sodass es an Appetitlichkeit verlieren kann. Lagern Sie Trockenfutter immer kühl und trocken und kontrollieren Sie die Qualität in regelmäßigen Abständen.
  • Kleinere portionen
    Versuchen Sie, die Tagesration in viele kleinere, regelmäßig angebotene Portionen aufzuteilen, sodass die Katze nicht so viel auf einmal fressen muss. Dies spiegelt ihr natürliches Nahrungsverhalten wider, bei dem viele kleine Happen über den gesamten Tag und die Nacht verteilt eingenommen werden.

Verweigert die katze weiterhin das fressen, sollten sie das futter futter

Wenn keiner dieser Tricks hilft, kann es notwendig sein, das Futter zu wechseln, mitunter ist eine andere Rezeptur der Schlüssel zum Erfolg. Sofern möglich, ersetzen Sie das alte Futter nach und nach mit der neuen Kost, sodass die Katze keine Magenprobleme bekommt.